Sandra Kuhn, Moderatorin

“Wichtig ist, sich nicht stressen zu lassen und sein Leben so zu leben, wie man es für richtig hält.”

Knapp 10 Monate nach der Geburt von Tochter Leni verkündete Moderatorin Sandra Kuhn ihre zweite Schwangerschaft – eine wunderbare Überraschung, denn auf ihr erstes Kind musste die Kölnerin lange warten und hoffen. Sandra und ihr Mann gehen damit ihr ganz eigenes Tempo und sind sehr glücklich damit. Hier erzählt sie, wie wichtig es für ihre Familie ist diesen eigenen Weg zu finden und wie sie nebenbei das Leben in der Öffentlichkeit mit dem Muttersein vereint. 

Unser eigenes Tempo hat sich durch unser Kind komplett geändert.

Sandra

Was bedeutet #imeigenentempo für eure Familie? Warum ist euch die Botschaft so wichtig?

Sandra: Für mich ist der Claim #imeigenentempo derzeit eigentlich ganz witzig – wir legen ja ein ganz schönes Tempo vor. Von meiner zweiten Schwangerschaft nur ein halbes Jahr nach der Geburt meiner Tochter Leni waren wir selbst total überrascht. So schnell hätten wir eigentlich nicht damit gerechnet, wieder Eltern zu werden. Deswegen müssen wir jetzt die komplette Planung ein wenig zurückfahren. Das Tempo bestimmt jetzt unsere Tochter und auch ich als Schwangere.

Wichtig ist, sich nicht stressen zu lassen und sein Leben so zu leben, wie man es für richtig hält. Für uns ist das Leben als Eltern eine große Umstellung. Als Paar waren wir immer viel unterwegs – jetzt ist das Tempo natürlich von unserer Tochter und unserem neuen Baby bestimmt. Es ist weniger spontan, alles muss genauer geplant werden.

Was ist das größte Geschenk am Elternsein und was ist gleichzeitig die schwierigste Aufgabe daran?

Sandra: Wenn man bedenkt, dass wir als Paar lange kinderlos waren und uns immer danach gesehnt haben, eine Familie zu gründen, dann ist unser größtes Geschenk vor allem unsere Tochter und ihr Geschwisterchen. Liebe zu schenken und Liebe zu geben, das ist das Schönste. Leni ist jetzt in einem Alter, in dem sie schon sehr viel versteht. Wenn da etwas zurückkommt dann ist das einfach unbezahlbar und wunderschön. Wenn du in das Gesicht deines Kindes schaust und du deinen Mann und dich darin wiedererkennst – es gibt wirklich gar nichts Schöneres auf der Welt. Es ist einfach ein Wunder.

Wir waren lange kinderlos – unsere Kinder sind das größte Geschenk.

Sandra

Wie geht ihr mit möglichen Meinungen oder Kritik zu eurem Familienmodell um?

Sandra: Man muss diesen Umgang mit Meinung und Kritik aus der Öffentlichkeit lernen, das kommt nicht von heute auf morgen. Viele mischen sich zum Beispiel in meine zweite Schwangerschaft ein und empfinden es als „viel zu früh“, raten mir, ich solle mir mehr Zeit lassen.

Natürlich kann man nicht auf alles antworten und auf alles eingehen. Ich diskutiere einige Kommentare aber mit meinem Mann. Vor allem, wenn es Kommentare sind, die mich bewegen und betreffen. Man muss jedoch grundsätzlich lernen, die Leute reden zu lassen. Jeder hat seine Meinung und darf sie natürlich auch äußern. Oft ist das auch sehr schön, wenn man inspirierende und nette Kommentare bekommt, manchmal sind es aber auch fiese. Da muss man einfach lernen mit umzugehen.

Man muss lernen, Kritik nicht zu nah an sich heran zu lassen.

Sandra

Ich mache das jetzt ja schon ein paar Jahre und es wird besser, aber so ganz ausblenden kann man das allerdings nicht. Ich überlege heute dreimal was ich poste und schaue, was bei einem Post möglicherweise Anstoß für Kritik sein könnte. Alleine dieses Thema stillen oder Milch sind so sensible Themen. Damals, als ich Leni bekommen habe, habe ich versucht zu stillen, aber es hat nicht geklappt. Weil es so viele Meinungen zu dem Thema gibt, wusste ich auch sofort, dass ich es nicht öffentlich machen will. Zu diesem Thema hat einfach jeder etwas zu sagen, auch im Bekannten- und Freundeskreis. Jeder hat seine eigene, zum Teil auch militante Meinung, da kann man gar nicht allen gerecht werden. Wichtig ist immer auf sein eigenes Gefühl zu hören und das zu tun, was man für richtig hält.

Wie gelingt dir der Spagat zwischen dem schnellen “Medien-Tempo” und dem Tempo deiner eigenen Familie?

Sandra: Das ist gar nicht so einfach und für mich auch ein Lernprozess. Ich glaube, mittlerweile bin ich ganz gut darin, Muttersein und Job unter einen Hut zu kriegen. Als Moderatorin muss ich am Abend vor der Kamera stehen und so aussehen, als wäre der Tag super easy gewesen. Da ist dann schon eine gewisse schauspielerische Leistung gefragt, schließlich ist der Tag natürlich nicht immer nur super gewesen. 

Es ist wirklich ein Spagat zum Teil – bei dem man sich schon auch einmal fragt, ob man tatsächlich beides miteinander vereinbaren kann. Auf der anderen Seite macht mich meine Arbeit aber auch glücklich und versorgt mich mit neuer Energie. 

Dadurch, dass man sich auch mal mit anderen Dingen beschäftigt, schöpfe ich persönlich daraus neue Kraft, um in der Nacht aufzustehen, Windeln zu wechseln, Flasche zu geben und am nächsten Morgen schon um 6 Uhr wieder parat zu stehen. Durch das Beschäftigen mit anderen Dingen freue ich mich umso mehr auf das Mutterdasein.

Doch nicht nur im Job, auch das Tempo, das einem die sozialen Medien heute abverlangen kommt natürlich auch noch dazu. Es gibt natürlich so Tage, an denen ich einfach keine Zeit habe oder das Gefühl habe, nicht kreativ genug zu sein. Das muss dann aber auch mal okay sein, auch hier sollte man im eigenen Tempo unterwegs sein. Prioritäten verschieben sich total, wenn du Kinder hast.

Mein Job gibt mir die Energie, die ich als Mutter brauche.

Sandra

Ich musste lernen, ehrlich zu mir selbst und zu anderen zu sein.

Sandra

Was waren die größten Hürden, die euch erstmal davon abgehalten haben euer eigenes Tempo zu leben?

Sandra: Am Anfang macht man natürlich erstmal viele Pläne, im Laufe der Schwangerschaft und auch danach merkt man allerdings, dass sich viele Dinge nicht so umsetzen lassen wie geplant. Der Start in den Job nach dem Mutterschutz ist so ein Thema. Mit einem Säugling zu Hause vergehen 8 Wochen wie im Flug. Natürlich fragt man sich dann, wie man damit umgeht. 

 

Wenn das jetzt alles nicht so super gelaufen wäre, wie es bei mir glücklicherweise der Fall war, dann muss man natürlich auch den Mut dazu haben das zu sagen. Auch wenn man dabei auf ein paar negative Reaktionen stoßen könnte. Zum Glück war das bei mir nicht so und ich konnte schnell wieder arbeiten und hoffe natürlich auch sehr, dass es nach der zweiten Schwangerschaft genauso gut läuft, da es für mich auch einfach ein super Ausgleich ist. Aber sollte da irgendwas sein und man hat das Bedürfnis länger zu Hause bleiben zu wollen und sich um das Baby zu kümmern, dann muss man auch den Mut haben das auszusprechen. Denn es lohnt sich auf sein Bauchgefühl zu hören.

Wir versuchen, bestimmte Rituale aufrecht zu erhalten.

Sandra

Wie schafft ihr es auch in den stressigen Zeiten, den Glücksmoment als Familie zu genießen?

Sandra: Wir versuchen, uns einmal die Woche einen freien Tag als Familie zu nehmen, an dem wir gemeinsam etwas unternehmen. Durch unsere Jobs müssen mein Mann und ich auch am Wochenende arbeiten und sind da recht eingespannt, dennoch versuchen wir, abends immer zusammen zu Essen und bestimmte Rituale aufrecht zu erhalten.

Welche konkreten Tipps möchtet ihr anderen jungen Eltern weitergeben, die helfen und ermutigen sein “eigenes Tempo” zu leben?

Sandra: Hört auf euer Bauchgefühl und auf euer Herz. Es gibt so viele Menschen, die versuchen, sich einzumischen. Natürlich können da auch wertvolle Tipps dabei sein. Ich bin immer gut damit gefahren, bestimmte Tipps anzunehmen, aber vor allem auf die Intuition zu hören.

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