Nina & Lara (@the.twinteam), Zwillingsduo mit Töchterchen Lea

"Früher hat uns Kritik beschäftigt, heute macht es uns stärker und lauter."

Hinter dem Blog “TwinTeam” stecken die Zwillingsschwestern Nina und Lara, die mit ihrem Familienmodell gängige Konventionen brechen. Gemeinsam ziehen sie Ninas fünfjährige Tochter Lea auf und nehmen als Bereitschaftsmütter Kinder in Notsituationen und nach Vernachlässigung auf. Diese einzigartige Situation zu meistern, verlangte von den beiden viel ab. Ganz entscheidend auf dem Weg zu ihrem Familienglück war das eigene Tempo zu finden und ihm zu vertrauen!

Das ist unser Kind und wir machen das so wie wir das sagen. Und damit sind wir sehr gut gefahren.

Twinteam

Was bedeutet #imeigenentempo für eure Familie?

Nina: Lea ist krank zur Welt gekommen und wir wussten nicht, wie sehr sie beeinträchtigt sein würde. Wir mussten uns eigentlich vom Normalbild ab Tag 1 distanzieren. Letztendlich ist alles gut, wir haben dadurch aber recht früh gelernt, dass Lea ihr komplett eigenes Tempo haben wird. Wir freuen uns, wenn sie läuft, egal ob das mit zehn Monaten oder mit 20 Monaten ist. Dadurch, dass ich eine recht junge Mutter bin, und noch viel jünger aussehe (lacht), musste ich mich zudem vielen Anfeindungen stellen. Es war für uns super wichtig, zu sagen: "Das ist unser Kind und wir machen das so wie wir das sagen. Und damit sind wir sehr gut gefahren."
Lea wurde lange künstlich ernährt und hat in den ersten 2 Jahren einige Therapien bekommen.  Am Anfang haben wir uns komplett an die ärztlichen Empfehlungen gehalten, was ihre Entwicklungsförderung angeht. Irgendwann haben wir jedoch einen Cut gemacht und uns auf ihr ganz eigenes Tempo konzentriert. Ich habe das Gefühl, ich als Mama weiß schon, was meine Tochter gerade braucht, welches ihr eigenes Tempo ist.

Warum ist euch die Botschaft so wichtig?

Nina: Ein weiterer Punkt, der uns wichtig ist: Man kennt sie ja auch diese Perzentile in U-Heften (Untersuchungsheften) an denen man sich bezüglich der Entwicklung orientiert. Im Mittelstreifen ist die Norm abgebildet, aber das heißt noch lange nicht, das man da sein muss. 

Lara: Der Kinderarzt sagte irgendwann, dass eine andere Entwicklung nicht schlimm ist. Lea gehörte eben einfach zu den 2%, die kleiner sind.

Man muss nicht die Norm sein.

Twinteam

Euer TwinTeam musste schon bei der Geburt lernen, dass jedes Kind sein eigenes Tempo geht. Was hat euch diese schwere Zeit gelehrt?

Nina: Ganz klar, dass wir auf uns hören, auf unser Muttergefühl. Meine Schwester Lara hat Lea bereits vor mir gesehen. Ich bin der Meinung, sie hat die selben Gefühle für mein Kind, wie ich – als wäre es ihr Kind. Ich habe dabei gelernt, dass Ärzte ganz, ganz wichtig sind, auch ganz große Arbeit leisten. Aber dass das Muttergefühl darüber steht. Ich würde heute viel mehr auf mein eigenes Gefühl hören und auch einmal ganz klar auf den Tisch hauen und sagen „Nein, das ist immer noch mein Kind. Sie kann nicht so viel trinken, sie kann nicht wie alle anderen Kinder alle drei Stunden trinken.“ Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wir sollten uns nicht von vermeintlichen Normen unter Druck setzen lassen.

Lara: Aus dieser Situation haben wir ganz viel gelernt. Wir sind unglaublich dankbar. Es hat uns gelehrt, dass Statistiken, Perzentile und Kurven nur ein Richtwert sind und viel zu viel Gewicht bekommen.

Was ist das größte Geschenk am Elternsein und was ist gleichzeitig die schwierigste Aufgabe daran?

Nina: Das größte Geschenk ist die Liebe. Wenn man selber Mutter ist weiß man, was Liebe wirklich ist. Das ist das größte Geschenk, dass ich fühlen darf, einen Menschen wirklich bedingungslos zu lieben. Und was wir wirklich nach wie vor schwierig finden: Wir möchten ihr wirklich viele Freiräume geben, sie wirklich vieles selbst entscheiden lassen, ihr ihr eigenes Tempo zugestehen. Die Herausforderung ist der Spagat zwischen: Ich begleite Dich, aber hier muss ich jetzt auch einmal einschreiten und dir sagen, so geht es nicht. 

Lara: Diese Gratwanderung zwischen nachgeben und auch von dem eigenen Willen einmal abrücken. Wenn man sich überlegt, warum verbietest Du das eigentlich? Es geht nicht immer nur darum, seinen eigenen Willen durchzusetzen. Sondern darum, was das Beste für Lea ist.

Entscheidet ihr gemeinsam über die Erziehung?

Nina: Ja, schon. Lara würde nie gegen mich (als Mutter) sprechen.

Lara: Nina ist die Mama, und das weiß Lea auch. Wenn Lea etwas fragt und Nina sich nicht sicher ist, dann schickt sie Lea zu mir. In der Erziehung hat Nina als Mama das letzte Wort, wir stehen jedoch im Austausch.

Nina: Dafür kann Lara als Tante auch wieder andere Privilegien genießen, die ich mir als Mama nicht erlauben könnte.

Früher hat uns Kritik sehr beschäftigt, heute macht es uns stärker und lauter.

Twinteam

Wie geht ihr mit möglichen Meinungen/Kritik zu eurem Familienmodell um?

Nina: Im Grunde differenzieren wir zwischen Kritik von Bekannten und fremden Menschen. Richtig aktiv sind wir mit unserem Instagram-Account erst seit Oktober/November und so sehr die Community auch wächst und so toll wir das finden, so gibt es auch viel mehr negative Kommentare: „Da fehlt ein Mann, das Kind wird immer ein gestörtes Männerbild haben“, „Sie wird später ein gestörtes Sexualgefühl bekommen, da ihr Mann und Frau fehlen, die ihr das Vorleben. Wir haben gelernt, vieles unkommentiert zu lassen. Diese Art von Kritik lassen wir kaum noch an uns ran. Früher hat uns Kritik sehr beschäftigt, heute macht es uns stärker und lauter.

Was hat euch am meisten dabei geholfen, euren individuellen Weg zu gehen?

Nina: Durch die Entscheidung, Lea anzulegen: Entgegen der Rückmeldung, dass Lea durch das Stillen an Energie und somit Gewicht verlieren würde, ist das nicht passiert. An Leas positiver Entwicklung konnten wir schnell festmachen, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu gehen.

Lara: Anscheinend wusste dieses 1500gr kleine Menschlein doch am besten, was es braucht.

Welche konkreten Tipps möchtet ihr anderen Eltern weiter geben, die helfen und ermutigen ihr "eigenes Tempo" zu leben?

Nina: Hört auf euer Bauchgefühl. Hört auf euer Kind. Beobachtet euer Kind und vertraut auf euch selbst. Lasst euch inspirieren, aber niemals lenken. Gebt diesem Muttergefühl oder auch Elterngefühl von Anfang den Stellenwert Nummer Eins. Zu verstehen, dass eben nicht alle Kinder gleich sind.

Lara: Trau Dich, höre auf Dich und lass Dich inspirieren.

Hört auf Euer Bauchgefühl

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