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Senkwehen - dein Baby bringt sich in Geburtsposition

Inhaltsverzeichnis:

Das Wichtigste in Kürze

  • Senkwehen sind Kontraktionen der Gebärmutter, die dein Baby gegen Ende der Schwangerschaft tiefer ins Becken bringen.
  • Viele Schwangere spüren Senkwehen ab der 36. SSW. Bei Frauen, die bereits Kinder geboren haben, senkt sich das Baby oft erst kurz vor der Geburt ins Becken.
  • Typisch sind ein harter Bauch, Ziehen im Unterbauch oder unteren Rücken und ein Druckgefühl nach unten.
  • Senkwehen sind meist unregelmäßig und lassen sich oft durch Ruhe, Wärme, sanfte Bewegung oder ein warmes Bad lindern.
  • Nach den Senkwehen sitzt der Bauch häufig tiefer: Das Atmen fällt oft leichter, der Harndrang kann zunehmen.
  • Senkwehen bedeuten nicht, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Bis zur Geburt können noch Tage oder mehrere Wochen vergehen.
  • Bei regelmäßig stärker werdenden Wehen, Blutungen, Fruchtwasserverlust, starken Schmerzen oder weniger Kindsbewegungen ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen.

Wann geht es los? In den letzten Wochen der Schwangerschaft hörst du bestimmt ganz genau in dich hinein und fragst dich, wann wohl die Geburt beginnt. Vielleicht spürst du ein Ziehen im Unterleib (ähnlich wie beginnende Menstruationsschmerzen), hast manchmal Rückenschmerzen oder dein Bauch wird plötzlich hart. Und du fragst dich: Sind das schon richtige Wehen? Oder eventuell Senkwehen?

Senkwehen sind ein ganz natürlicher Teil der Vorbereitung des Körpers auf die Geburt und werden von vielen werdenden Müttern etwa ab der 36. SSW herum wahrgenommen. Doch warum treten Senkwehen überhaupt auf? Wann sind sie ein Grund zur Sorge? Und wie kannst du sie von echten Geburtswehen unterscheiden?

 

Was sind Senkwehen?

Senkwehen (manchmal auch Vorwehen genannt) sind Kontraktionen der Gebärmutter, die dafür sorgen, dass dein Baby tiefer ins Becken rutscht. Sie bereiten dein Kind auf die Geburt vor, indem sie es in die perfekte Startposition in Richtung deines Beckeneingangs bringen.

Während deiner Schwangerschaft liegt dein Baby gut geschützt in der Gebärmutter. Gegen Ende der Schwangerschaft ist es wichtig, dass sich dein Kleines nach unten bewegt und mit dem Kopf ins Becken eintritt. Genau das bewirken die Senkwehen: Sie schieben dein Baby sanft in die optimale Position für die bevorstehende Geburt. Durch diese Bewegung senkt sich dein Bauch spürbar ab – daher auch der Name.1

Ein Nebeneffekt: Vielleicht spürst du danach, dass du wieder leichter atmen kannst und weniger Sodbrennen hast. Dies kommt daher, dass der Druck auf den Magen nachlässt. Gleichzeitig kann es sein, dass du vermehrt Harndrang verspürst, weil dein Baby nun auf deiner Blase liegt.

 

Wie fühlen sich Senkwehen an?

Senkwehen äußern sich oft durch ein Ziehen im Unterbauch und im unteren Rücken, ähnlich wie bei Menstruationsschmerzen. Der Bauch wird dabei hart und fest, was für einige Momente unangenehm sein kann.

Viele Frauen beschreiben das Gefühl als einen dumpfen, ziehenden Schmerz, der vom Rücken nach vorne in den Unterbauch ausstrahlt. Manche spüren auch einen deutlichen Druck nach unten, als würde das Baby schwerer werden. Im Gegensatz zu echten Geburtswehen sind Senkwehen meist weniger intensiv und haben keinen regelmäßigen Rhythmus.,1

Während manche Frauen die Senkwehen kaum oder gar nicht bemerken, sind sie für andere deutlich spürbar und können auch mal unangenehm werden. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von deiner persönlichen Schmerzempfindlichkeit oder ob es deine erste Schwangerschaft ist. Bei Erstgebärenden werden Senkwehen oft intensiver wahrgenommen.

Und: Auch die Silhouette deines Babybauchs kann anzeigen, ob du bereits Senkwehen hattest. Während er zuvor rund und hoch stand, verändert sich seine Form mit dem Tieferrutschen des Kindes: Der Bauch sitzt tiefer und die obere Wölbung wird flacher.4

 

Wie lange dauern Senkwehen?

Eine einzelne Senkwehe dauert meist zwischen 30 Sekunden und etwa einer Minute. Es gibt keine festen Abstände zwischen den Kontraktionen. Du kannst mehrere Wehen hintereinander spüren und dann wieder stundenlang Ruhe haben. Die Phase, in der sich dein Bauch senkt, kann sich über mehrere Tage erstrecken.

 

Wann treten in der Schwangerschaft Senkwehen auf?

Senkwehen treten meist gegen Ende der 36. Schwangerschaftswoche auf. Jede Schwangerschaft verläuft dabei ein bisschen anders – manchmal zeigen sie sich früher, manchmal auch später, ganz im eigenen Tempo.

Bei einer ersten Schwangerschaft senkt sich das Baby häufig schon einige Wochen vor der Geburt ins Becken ab – häufig ab etwa der 36. SSW.

Wenn eine Frau bereits ein oder mehrere Kinder geboren hat, passiert das oft später. Manchmal senkt sich das Baby erst kurz vor der Geburt ins Becken oder sogar erst, wenn die Wehen schon begonnen haben. Das liegt daran, dass das Becken und die Muskulatur bereits gedehnt wurden und das Baby nicht so viel Vorlaufzeit braucht.4

Auch wenn dein Bauch sich schon früh senkt, heißt das nicht automatisch, dass die Geburt früher in Gang kommt. Genauso wenig ist es ein Problem, wenn dein Baby erst später tief ins Becken rutscht. Solange dein Kind gesund ist und es dir gut geht, ist der Zeitpunkt nicht entscheidend.

Falls du vor der 36. Schwangerschaftswoche regelmäßige, schmerzhafte Wehen oder andere Anzeichen einer Frühgeburt spürst, solltest du das ärztlich abklären lassen.

Noch ein kleiner Tipp: Hast du vor, deinen Babybauch als Gipsabdruck zu verewigen? Vor allem beim ersten Kind ist es ratsam, damit nicht zu lange zu warten. Sobald sich der Bauch senkt, verändert sich seine Form – vorher fällt das Ergebnis oft runder aus.

 

Wie lange dauert es noch bis zur Geburt, wenn du Senkwehen hast?

Senkwehen bedeuten nicht, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Nach dem Einsetzen der Senkwehen können noch mehrere Wochen bis zur Geburt vergehen – manchmal auch nur wenige Tage.

Bei Erstgebärenden liegt zwischen den Senkwehen und dem Geburtsbeginn oft noch ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Bei Frauen, die schon ein oder mehrere Kinder geboren haben, kann es schneller gehen. Hier senkt sich das Baby manchmal erst kurz vor der Geburt.

 

Senkwehen, Übungswehen, Geburtswehen – was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied liegt im Zeitpunkt, der Intensität und der Regelmäßigkeit. Übungswehen treten früher auf und trainieren die Gebärmutter, Senkwehen bringen das Baby in Position und Geburtswehen öffnen aktiv den Muttermund und leiten die Geburt ein.

Viele Schwangere sind sich unsicher, welche Art von Wehen sie denn gerade verspüren. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei allen Wehenarten um Kontraktionen der Gebärmutter. Allerdings haben sie unterschiedliche Aufgaben:5,1,2

Übungswehen (auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt) können bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche in unregelmäßigen Abständen auftreten. Der Bauch wird hart, aber es tut nicht weh. Diese Wehen trainieren die Gebärmuttermuskulatur und verbessern die Durchblutung der Plazenta, haben aber keinen Einfluss auf den Muttermund. 

Senkwehen kommen später, etwa ab der 36. Woche. Sie sind gezielter und haben eine klare Funktion: Dein Baby rutscht tiefer ins Becken. Diese Wehen sind oft intensiver als Übungswehen und können manchmal auch unangenehm sein. Sie sind aber immer noch unregelmäßig und lassen sich durch Ruhe oder ein warmes Bad oft lindern.

Vorwehen: Diese setzen wenige Tage vor dem Beginn der Geburt ein und bewirken, dass sich der Gebärmutterhals auflockert und verkürzt. Sie sind in der Regel wenig schmerzhaft.

Geburtswehen sind die echten Wehen, die die Geburt einleiten. Sie kommen in regelmäßigen Abständen, werden zunehmend stärker, länger und schmerzhafter. Die Pausen zwischen den Wehen werden kürzer. Wichtig: Geburtswehen lassen sich nicht durch Ausruhen oder ein Bad stoppen, ganz im Gegenteil – Geburtswehen werden meist durch die warme Badewanne stärker, intensiver und kommen in kürzeren Abständen. Auch führen die Eröffnungswehen dazu, dass sich der Muttermund öffnet und das Köpfchen des Babys tiefer rutscht.

Ein guter Orientierungspunkt: Werden die Wehen regelmäßig, stärker, sind ca. eine Minute lang und kommen in regelmäßigem Abstand von fünf bis zehn Minuten und lassen sich weder durch Ruhe noch durch Positionswechsel beeinflussen, handelt es sich wahrscheinlich nicht mehr um Senkwehen und es kann ratsam sein, ins Krankenhaus oder Geburtshaus zu fahren.5

 

Was hilft, wenn die Senkwehen sehr schmerzhaft sind?

Wärme, Entspannung und sanfte Bewegung können die Beschwerden lindern. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder gezielte Atemübungen helfen vielen Frauen, mit den Senkwehen besser umzugehen.

Auch wenn Senkwehen nicht so intensiv sind wie Geburtswehen, können sie durchaus unangenehm sein. Hier ein paar Tipps, die dir helfen können:1

Wärme: Ein warmes (nicht heißes!) Bad kann Wunder wirken. Das warme Wasser entspannt die Muskulatur. Auch wohltuend: eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem unteren Rücken oder Bauch.

Ruhe: Manchmal ist es das Beste, sich einfach hinzulegen und zur Ruhe zu kommen. Mach es dir mit Kissen in Seitenlage bequem und gönne dir eine Pause. 

Sanfte Bewegung: Leichte Bewegung, wie ein Spaziergang oder sanftes Yoga, kann die Wehen erträglicher machen. 

Atem- und Entspannungsübungen: Bewusstes Atmen in den Bauch zum Baby entspannt den Körper und macht den Schmerz erträglicher. Diese Technik (die ruhige Bauchatmung), die du vielleicht im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast, wirst du auch bei der Geburt gut gebrauchen können.

Natürliche Mittel: Viele Hebammen empfehlen Entspannungszäpchen (z. B. Noreia) oder ein Heublumendampfsitzbad zur Entspannung und Lockerung des Gewebes.

Senkwehen – Wann zum Arzt gehen?

Wenn die Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche auftreten und gleichzeitig regelmäßig und schmerzhaft werden oder von Blutungen, Fruchtwasserverlust oder anderen ungewöhnlichen Symptomen begleitet werden, solltest du ärztlichen Rat einholen.

In den meisten Fällen sind Senkwehen harmlos und ein ganz normaler Teil der Schwangerschaft. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen solltest:5

  • Vor der 37. Woche: Regelmäßige, schmerzhafte Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche können auf vorzeitige Wehen hindeuten.

  • Regelmäßige, zunehmende Wehen: Wenn die Wehen in immer kürzeren Abständen kommen, stärker werden und nicht mehr aufhören, könnte es sich um Geburtswehen handeln – auch wenn du noch nicht am errechneten Geburtstermin bist.5

  • Blutungen: Jede Form von Blutung lasse bitte immer ärztlich abklären, besonders wenn sie mit Wehen einhergeht.5

  • Fruchtwasserverlust: Wenn du bemerkst, dass Flüssigkeit abgeht – ob als Schwall oder Tröpfeln – könnte ein Blasensprung vorliegen.5 

  • Verminderte Kindsbewegungen: Wenn sich dein Baby plötzlich deutlich weniger bewegt als sonst, ist das immer ein Grund, deinen Arzt/deine Ärztin oder deine Hebamme zu kontaktieren.5

  • Starke, anhaltende Schmerzen: Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, vertraue auf dein Bauchgefühl.

Dein Körper und dein Bauchgefühl sind oft die besten Ratgeber. Wenn du unsicher bist, zögere nicht, dich untersuchen zu lassen. Niemand wird dich für einen "falschen Alarm" verurteilen – im Gegenteil, es ist immer besser, auf Nummer sicher zu gehen.

 

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