Senkwehen, Übungswehen, Geburtswehen – was ist der Unterschied?
Der Hauptunterschied liegt im Zeitpunkt, der Intensität und der Regelmäßigkeit. Übungswehen treten früher auf und trainieren die Gebärmutter, Senkwehen bringen das Baby in Position und Geburtswehen öffnen aktiv den Muttermund und leiten die Geburt ein.
Viele Schwangere sind sich unsicher, welche Art von Wehen sie denn gerade verspüren. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei allen Wehenarten um Kontraktionen der Gebärmutter. Allerdings haben sie unterschiedliche Aufgaben:5,1,2
Übungswehen (auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt) können bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche in unregelmäßigen Abständen auftreten. Der Bauch wird hart, aber es tut nicht weh. Diese Wehen trainieren die Gebärmuttermuskulatur und verbessern die Durchblutung der Plazenta, haben aber keinen Einfluss auf den Muttermund.
Senkwehen kommen später, etwa ab der 36. Woche. Sie sind gezielter und haben eine klare Funktion: Dein Baby rutscht tiefer ins Becken. Diese Wehen sind oft intensiver als Übungswehen und können manchmal auch unangenehm sein. Sie sind aber immer noch unregelmäßig und lassen sich durch Ruhe oder ein warmes Bad oft lindern.
Vorwehen: Diese setzen wenige Tage vor dem Beginn der Geburt ein und bewirken, dass sich der Gebärmutterhals auflockert und verkürzt. Sie sind in der Regel wenig schmerzhaft.
Geburtswehen sind die echten Wehen, die die Geburt einleiten. Sie kommen in regelmäßigen Abständen, werden zunehmend stärker, länger und schmerzhafter. Die Pausen zwischen den Wehen werden kürzer. Wichtig: Geburtswehen lassen sich nicht durch Ausruhen oder ein Bad stoppen, ganz im Gegenteil – Geburtswehen werden meist durch die warme Badewanne stärker, intensiver und kommen in kürzeren Abständen. Auch führen die Eröffnungswehen dazu, dass sich der Muttermund öffnet und das Köpfchen des Babys tiefer rutscht.
Ein guter Orientierungspunkt: Werden die Wehen regelmäßig, stärker, sind ca. eine Minute lang und kommen in regelmäßigem Abstand von fünf bis zehn Minuten und lassen sich weder durch Ruhe noch durch Positionswechsel beeinflussen, handelt es sich wahrscheinlich nicht mehr um Senkwehen und es kann ratsam sein, ins Krankenhaus oder Geburtshaus zu fahren.5