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Allergien

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Viele Mütter müssen sich mit dem Thema Allergien auseinandersetzen. Wenn Ihr Kind allergisch reagiert und Sie sich hilflos fühlen – verlieren Sie bitte nicht den Mut und wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt. Eine Mutter erzählte uns, sie sei richtig erleichtert gewesen, als ihr der Kinderarzt bestätigte, dass ihr Baby gegen Kuhmilch, Nüsse, Roggen, Weizen und einiges mehr allergisch ist. Erleichtert, weil sie jetzt endlich wusste, warum die Haut ihrer Tochter immer wieder voller Ausschlag war – und endlich den Grund dafür kannte.

Also bloß nicht aufgeben, dranbleiben! Wenn Ihr Kind auf seine neue Welt überreagiert, lässt sich auch meist die Ursache finden. Da sind Ihre Geduld und Ihr langer Atem gefragt.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Nur damit wir vom Gleichen reden: Als Allergie (aus dem Griechischen „die Fremdreaktion“) wird im Allgemeinen eine Reaktion des Immunsystems bezeichnet, mit dem dieses bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) abwehrt. Solche Umweltstoffe sind z. B. Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel, die andere problemlos vertragen. Kuhmilch und ihre Produkte zählen besonders im Säuglings- und Kleinkindalter mit zu den häufigsten Allergieauslösern. Bis zu 7,5 % eines Geburtsjahrganges reagieren auf Kuhmilch. Symptome äußern sich im Wesentlichen im Magen-Darm-Trakt, z. B. als Durchfall oder an der Haut, häufig in Verbindung mit Neurodermitis. Bei 60 bis 80 % der betroffenen Kinder verliert sich die Kuhmilchallergie bis zum Alter von 3 Jahren.

Die Ausprägung der Kuhmilchallergie ist individuell sehr verschieden. Manche vertragen Kuhmilch in geringen Mengen, während bei anderen bereits ein Tropfen eine heftige Reaktion bis hin zum Schock auslösen kann. Je nach Stärke und Ausprägung der Allergie muss auf eine mehr oder weniger breite Palette an Milchprodukten verzichtet werden.

Wie gehe ich mit einer möglichen Allergie um?

Sobald Ihr Kind eines der bereits erwähnten Symptome aufweist, gehen Sie bitte zum Kinderarzt!

Ein kleiner Trost für Eltern und Kinder:
Allergien können sich auch auswachsen! Ein Beispiel: Säuglinge mit Kuhmilchallergie „wachsen“ in den meisten Fällen bis zum 3. Lebensjahr aus dieser Allergieform „heraus“ und reagieren danach nicht mehr allergisch auf Kuhmilch.

Allergiegefährdet – oder nicht?

Ob Ihr Baby ein Allergierisiko trägt, können Sie am besten schon während der Schwangerschaft – auf jeden Fall aber vor dem Abstillen – klären. Die Veranlagung für eine Allergie wird vererbt:

Wenn Sie, als Eltern, oder die Geschwister Ihres Babys Allergien haben, ist es etwas wahrscheinlicher für Ihr Baby, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln.

So hoch ist das Allergierisiko lhres Babys:
kein Elternteil allergisch5 – 15 %
ein Geschwister allergisch25 – 35 %
ein Elternteil allergisch20 – 40 %

Wie beuge ich Allergien vor?

Wenn Stillen nicht (mehr) geht: HA-Nahrung. Hypoallergene Nahrung hat nachweislich eine vorbeugende Wirkung. Wenn Sie, Ihr Mann oder ggf. ältere Geschwister Ihres Babys allergisch sind, sollten Sie auf jeden Fall entweder möglichst 6 Monate stillen oder ausschließlich mit HA-Nahrung füttern. Bei hypoallergener Säuglingsnahrung wird das Eiweiß in kleine Bausteine zerlegt. Dabei werden auch die Allergie auslösenden Stoffe, die das ursprüngliche Eiweiß enthalten, aufgespalten. Und zwar so weit, dass sie zwar weitgehend ihre Allergie auslösende Wirkung verlieren, aber trotzdem weiterhin auf sanfte Weise das Immunsystem Ihres Babys "trainieren".
Wann ist es Zeit für den ersten Brei? Wenn Ihr Kleines dazu bereit ist. Früher hieß es gerade bei allergiegefährdeten Babys, solange wie möglich mit dem Brei zu warten. Das ist jetzt aber überholt. Wie bei allen anderen Babys liegt auch bei den allergiegefährdeten der ideale Startzeitpunkt zwischen der 17. und der 26. Lebenswoche. Wird das Kleine länger als 6 Monate nur mit Milch gefüttert, fehlen ihm Nährstoffe, die es aus Muttermilch oder Säuglingsnahrung nicht bekommt, z. B. Eisen, Zink oder die Vitamine A und D.
Müssen Eltern mit allergiegefährdeten Babys bestimmte Zutaten von der Speisekarte streichen? Nein, auch das ist heute überholt. Es gibt Hinweise darauf, dass es sogar gut ist, wenn das Baby früh auch Lebensmittel bekommt, die häufig Allergien auslösen. Führen Sie neue Lebensmittel nicht zu schnell nacheinander ein, sondern immer im Abstand von ein paar Tagen. So sehen Sie gleich, wenn Ihr Baby auf etwas allergisch reagiert.
Was ist beim Breistart außerdem wichtig? Sie können alles genauso machen wie bei Babys ohne Allergierisiko. Ersetzen Sie einfach jeden Monat eine Milch- durch eine Breimahlzeit und suchen Sie anfangs Breie mit möglichst wenigen Inhaltsstoffen aus. Babys brauchen nicht ganz so viel Abwechslung wie wir Erwachsene.
Weitere Allergie fördernde Faktoren meiden. Wenn Ihr Kleines ein erhöhtes Allergierisiko hat, sollten Sie neben einer allergenarmen Ernährung auch auf die häusliche Umgebung achten. Die folgenden Maßnahmen können Ihr Baby zusätzlich schützen:
  • kein Tabakrauch
  • Hausstaubmilben eindämmen: wenig Staubfänger (Gardinen, Teppiche, Stofftiere etc.), regelmäßig lüften
  • keine Federbetten
  • keine Rosshaarmatratzen
  • keine übertriebene Hygiene
Tipp: Detaillierte Informationen zum Thema Kinderernährung und speziell zum Thema Allergierisiko bei Kindern erhalten Sie beim Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE).

Linktipp

Download: Anamnesebogen.pdf



 

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Wichtiger Hinweis

Stillen ist das Beste für Ihr Baby, denn Muttermilch versorgt das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen in genau abgestimmter Menge.

Darüber hinaus ist sie die preiswerteste Ernährungsform und ein guter Schutz gegen Krankheiten. Je früher und häufiger Sie Ihr Kind anlegen, desto eher kommt der Milchfluss in Gang. Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft und nach der Entbindung begünstigt ebenfalls das Stillen, während das Zufüttern von Säuglingsnahrung den Stillerfolg beeinträchtigen kann. Da die Entscheidung, nicht zu stillen, nur schwer rückgängig zu machen ist, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt, wenn Sie eine Säuglingsanfangsnahrung verwenden wollen. Beachten Sie die Hinweise und Zubereitungsanleitungen auf den Packungen genau, denn eine unsachgemäße Zubereitung von Säuglingsanfangsnahrung kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

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